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Zeichen und Wunder

Manchmal geschehen auch heute noch Zeichen und Wunder: Noch vor wenigen Wochen war die Hälfte der in Bayern landwirtschaftlich genutzten Flächen rot markiert, also stark nitratbelastet. In diesen Gebieten sollte deutlich weniger gedüngt werden. Jetzt ist auf einen Schlag fast alles gut. Man hat die Zahl der Messstellen vervielfacht, konnte so manchen Hektar herausrechnen und kann jetzt sagen: Weiterdüngen! Die Freude bei den Verantwortlichen in der Trinkwasserversorgung hält sich in Grenzen...

Für mich ist das ein Musterbeispiel für unsere Art der Problemwahrnehmung: Wir vermeiden den Blick auf das Gesamte und betrachten immer nur ein Teilgebiet. Dass problematische Düngermengen nur ein Symptom für unsere zweifelhafte gesellschaftliche Haltung zur Nahrungsmittelerzeugung sein könnte, gerät dann nicht mehr ins Blickfeld: Immer niedrigere Preise, immer mehr Tiere auf kleiner Fläche, immer intensivere Fütterung, immer höhere Leistung, immer mehr Gülle und auf keinen Fall grundsätzliche Zweifel!

Neue Messverfahren zur Nitratbelastung und zur Freimessung vieler Äcker und Wiesen werden so manchem Landwirt aktuell helfen. Wir alle haben aber keinen Schritt aus dem Dauerdilemma eines falschen Umgangs mit unseren wichtigsten Ressourcen Boden und Wasser geschafft.


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