Pressemitteilung
Eine Aufgabe für den neuen OB: Die Dermatologie in Passau stärken!
„Kassenpatienten haben es immer schwerer, einen Termin beim Hautarzt zu bekommen!“
Sie wollen die dermatologische Versorgung in Passau stärken (von links): OB-Kandidat Urban Mangold und die Stadtratskandidatinnen und -kandidaten Johanna Seitz, Dr. Rudolf Ostermaier, Ronja Zöls-Biber und Paul Kastner, der auch Mitglied im Werkausschuss Klinikum ist. Foto: Josef Lang.
Die hautärztliche Versorgung in Passau muss nach Ansicht der ÖDP verbessert werden. Hautarzt Dr. Rudolf Ostermaier sieht die Stadt Passau und das künftige Stadtoberhaupt in der Pflicht. „Gesetzlich Krankenversicherte haben große Schwierigkeiten, einen Termin zu bekommen. Als Neupatient ist es noch schwieriger. Die Praxen sind ausgelastet“, sagt der Dermatologe, der seine Praxis seit Jahrzehnten in Pocking betreibt und in Hacklberg wohnt. Dr. Ostermaier, der auf der Liste ÖDP/Aktive Passauer zur Stadtratswahl antritt, ist überzeugt: „Die Situation könnte durch Maßnahmen im Klinikum zumindest etwas entschärft werden. Und das ist ein Thema des neuen Stadtoberhaupts“.
Passauerinnen und Passauer mit Hautproblemen müssen derzeit mit sehr langen Wartezeiten rechnen. Die Ursache des Problems ist nach Ansicht von Rudolf Ostermaier offenkundig: Die Zahl der Hauterkrankungen steigt beständig, doch die Anzahl der Kassenarztsitze sei seit Jahrzehnten gleich. Dies führe zu einer Unterversorgung.
Als Ursache für diese bedenkliche Entwicklung gelten laut Dr. Ostermaier neben dem demographischen Wandel die generelle Zunahme von Hauterkrankungen und der massive Anstieg der Hautkrebszahlen. „Das maligne Melanom, der Tumor mit der höchsten Metastierungsrate, nimmt rasch zu, die Quote verdoppelt sich statistisch alle zehn Jahre“, sagt der Hautarzt. Die ambulante fachärztliche Versorgung könne mit dieser Situation nicht Schritt halten. Zudem sei die Zahl der Kassenarztsitze seit Jahrzehnten konstant. Statistisch gesehen versorgt in Deutschland ein Dermatologe 16.000 Einwohner. In der Stadt und im Landkreis Passau sei die Quote 1 : 25.000.
Das grundsätzliche Problem der Unterversorgung liege zwar nicht im Zuständigkeitsbereich der Stadt. Dennoch bieten sich für das künftige Passauer Stadtoberhaupt laut Ostermaier einige Lösungsansätze als erste Schritte, um das Versorgungsproblem zumindest zu mildern. Dabei geht es um dermatologische Notfälle, die sich in der interdisziplinären Notfallambulanz im Klinikum vorstellen oder um solche Fälle, die sich während des stationären Aufenthalts als dermatologisch herausstellen.
Ostermaier schlägt die Anstellung einer Konsiliarfachärztin bzw. eines Konsiliarfacharztes am Klinikum Passau vor. „Als Klinikum des universitären Medizincampus Niederbayern müsste diese dermatologische Expertise eine Selbstverständlichkeit sein. Zur Zeit müssten sich Patienten jedoch in der Regel persönlich in der Uniklinik in Regensburg vorstellen. Das ist völlig unzeitgemäß“
Für die diagnostische Ersteinschätzung schlägt Dr. Ostermaier eine telemedizinische Anbindung des Klinikums Passau an die Universitätsklinik in Regensburg vor: „Dies hätte den großen Vorteil, dass Patientinnen und Patienten sich nicht mehr wie bisher persönlich in Regensburg vorstellen müssen, um Diagnose und Therapievorschläge zu erhalten. Alles könnte auf digitalem Weg geschehen. Zeit, Kosten und weite Wege würden Patienten erspart“.
ÖDP-Kreisvorstandsmitglied Dr. Ostermaier empfiehlt dem neuen Stadtoberhaupt, einen runden Tisch einzuberufen. Ziel sollte die bessere Vernetzung der Akteure im Gesundheitswesen sein. Als Vorbild könngte zum Beispiel die Vernetzung der bayerischen Kinderkliniken dienen, die als digitale Plattform in Passau eingerichtet und vom Freistaat Bayern gefördert wurde.
ÖDP-Oberbürgermeisterkandidat Urban Mangold dankte Rudolf Ostermaier für seine Initiative und versprach, das Thema aufzugreifen. Die Situationsbeschreibung und die Lösungsvorschläge seien keine Kritik an einzelnen Akteuren, sondern lösungsorientierte Verbesserungsvorschläge. Ich werde mich diesesThemas annehmen. Es darf auf keinen Fall unbearbeitet bleiben“.
