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Pressemitteilung

Zimmer frei! Wer will neuen ÖPNV testen?

ÖDP-Mitglied Marlene Schröder lädt ein, das geplante Buskonzept im Westen zu erleben

Ronja Zöls-Biber, Marlene Schröder

Ronja Zöls-Biber (links), stellv. Kreisvorsitzende der Passauer ÖDP, ließ sich von Marlene Schröder das angebotene Gästezimmer zeigen. Foto: Biber

Der Passauer Westen wird voraussichtlich stark von den Einschnitten im neuen ÖPNV-Konzept betroffen sein. Das wird auch gravierende Auswirkungen für ÖDP-Mitglied Marlene Schröder und ihren Ehemann Christoph haben, die in der Gionstraße wohnen – und zwar ohne Auto und Fahrrad. „Früher ging der Bus jede halbe Stunde, seit einiger Zeit jede Stunde. Nun soll unsere Siedlung weiter benachteiligt werden beim Bus-Angebot", sagt Marlene Schröder und macht stellvertretend für alle Betroffenen in sämtlichen Stadtteilen ein ungewöhnliches Angebot: „Ich lade gerne in der geplanten Testphase die Entscheidungsträger der Stadt Passau in mein Gästezimmer ein – ohne Mitnahme von Auto und Fahrrad. Auf diese Weise werden sie die Alltagstauglichkeit am eigenen Leib erfahren."

Wenigstens Einsatzbusse!

„Einsparmaßnahmen auf der Grundlage von Fahrgastzahlen abzuwickeln ist das eine", sagt Ronja Zöls-Biber, stellvertretende Kreisvorsitzende der Passauer ÖDP. „Der andere Aspekt ist, sich anzusehen, wer den Bus wo und wann braucht. In der Siedlung rund um Carossa- und Gionstraße etwa wohnen viele ältere Menschen, die auf den Bus angewiesen sind, und zunehmend auch Familien mit Kindern." Heining werde im neuen Konzept nicht mehr über die Carossastraße angefahren: Kindergarten, Schule, Kirche, Friedhof, Gaststätten, Geldautomat – diese Ziele seien nach den aktuellen Plänen für viele Menschen aus der Siedlung nicht mehr bequem erreichbar.

„Die schnelle Linie 8 in der bisherigen Linienführung über Heining und die Regensburger Straße in die Innenstadt soll dem neuen ÖPNV-Konzept zufolge wegfallen. Damit wird nicht nur der ohnehin immer weiter sterbende Stadtteil Heining ausgeklammert, sondern auch die direkte Verbindung in die Innenstadt abgeschafft", präzisiert Ronja Zöls-Biber, die selbst ihren Arbeitsweg aus dem Passauer Westen in die Innenstadt mit dem Bus zurücklegt. Sie schlägt vor, dass zumindest in den Stoßzeiten am Morgen, Mittag und am späten Nachmittag Einsatzbusse in der alten Linienführung organisiert werden. Denn: „Wer sowohl einen längeren Gehweg als auch eine längere Fahrtzeit in Kauf nehmen muss, steigt lieber aufs Auto um und fällt als ÖPNV-Kunde langfristig weg. Wem das nicht möglich ist, der bleibt ganz auf der Strecke."

Entscheidung für Stadt wegen guter Anbindung

Auch die Schröders würden auf der Strecke bleiben. Das Nahversorgungsgebiet in der Regensburger Straße fährt das Rentner-Ehepaar regelmäßig mit dem Bus an, um etwa im Bioladen und den umliegenden Geschäften einzukaufen. Auch der neue Schwaiberger-Supermarkt soll dort gebaut werden. „Wir haben sogar schon an einen Umzug gedacht. Andererseits: Autoleasing ist billiger als umziehen. Aber auch weil man als ältere Person nicht mehr unbedingt Autofahren soll, haben wir ja unser Auto abgegeben." – „...und womöglich ein Haus im Stadtgebiet ausgewählt", fügt Ronja Zöls-Biber hinzu. „Schließlich könnte man auf dem Land günstiger eine Immobilie erwerben. Viele entscheiden sich schließlich unter anderem wegen der besseren ÖPNV-Anbindung für ein Leben in der Stadt." Es bleibe, zu hoffen, dass die Vorschläge aus der Bevölkerung in der Mitmach-App für sämtliche betroffenen Stadtteile am Ende ausreichend berücksichtigt werden.

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